15 Jahre Fraunhofer Academy – Wie funktioniert gute digitale Lehre?

Digitale Weiterbildung erst seit 2020? Nicht bei der Fraunhofer Academy. In einer Zeit, in der es noch kein Microsoft Teams oder Zoom gab, startete die Academy ihren ersten Online-Studiengang. Seit bereits 10 Jahren beweisen Studiengangsleiter Philipp Bucher und sein Team, dass Lehre und Lernen auch rein virtuell vermittelt werden können. Doch wie funktioniert gute digitale Weiterbildung?

Das Interesse an Fernlehre und Blended-Learning-Formaten ist stetig gestiegen – in den letzten beiden Jahren sprunghaft. Trotz der hybriden Erfahrung der Fraunhofer Academy eine Herausforderung. Aber eine, der sich die Kolleginnen und Kollegen gerne stellen. Denn die Nachfrage wird auch künftig bestehen.

Allein an der HTW Berlin sind im Jahr 2021 in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich ESPRI am Fraunhofer FOKUS elf Kurse zu virtuellen Angeboten umgebaut worden: So beispielweise die Kurse »Notfallmanagement im Bereich IT-Sicherheit« oder

»IT-Risikomanagement«. Sebastian Breu und Michael Holzhüter vom Fraunhofer FOKUS legten in ihrer Schulung besonderen Wert auf die Interaktivität der Teilnehmenden. Lerneinheiten werden in storybasierten Gamification-Ansätzen wie Escape-Room-Szenarien oder aktiven Webinaren umgesetzt. Gleiches gilt im Online-Studiengang, der von asynchronen Lerninhalten, Quizzes und Kollaboration zwischen internationalen Studierenden lebt.

Die Grenzen digitalen Lernens liegen beim Praxisanteil. Professor Dr. Andreas Groß betont für die Konzeption von Weiterbildungsangeboten: „In der Weiterbildung entscheidet nicht das digitale Format über den Lernerfolg. Digitalisierung darf nicht zum Selbstzweck werden.“

Digitales sollte dort eingesetzt werden, wo es für den Lernenden den bestmöglichen Mehrwert bietet. Online-Weiterbildungen eignen sich dann besonders gut, wenn der Theorieanteil hoch ist. Oder umgekehrt: Je höher jedoch der praktische Anteil ist, desto weniger digitale Lehre. Glasscheiben kleben etwa, wie es die Kleblehrgänge am Fraunhofer IFAM vermitteln, setzt nun einmal auch Praxis voraus.

Kontinuierliche Weiterentwicklung: Das gilt für die Academy auch mit Blick auf ihre eigenen Angebote, damit sie stets innovativ, flexibel und dadurch langlebig sind.

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