15 Jahre forschungsnahe Weiterbildung – was die Fraunhofer Academy ausmacht

Autorinnen: Luise Müller, Jutta Haubenreich

Dieses Jahr feiert die Fraunhofer Academy ihr 15-jähriges Jubiläum als Weiterbildungsanbieter der Fraunhofer-Gesellschaft für die Industrie und Wirtschaft. 2006 hat die Fraunhofer Academy als Pionier für das Thema Weiterbildung und Wissenstransfer bei Fraunhofer begonnen und sich zu einem anerkannten Anbieter für forschungsnahe Weiterbildung entwickelt. Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie zu ermöglichen ist ein Grundsatz, der inzwischen in über 50 Weiterbildungsprogrammen gelebte Praxis ist. 

2006 startete die Fraunhofer Academy mit einem dreiköpfigen Team und gemeinsam mit fünf Fraunhofer-Instituten und deren Weiterbildungsangeboten. Dazu zählte unter anderem das Interdisziplinäre Fernstudium Umweltwissenschaften, das vom Fraunhofer UMSICHT bis heute gemeinsam mit der FernUniversität in Hagen angeboten wird sowie die beliebten Zertifikatskurse des Fraunhofer IFAM zum Thema Klebtechnik. Heute bietet die Fraunhofer Academy mit ihren 18 Mitarbeitenden in München und 56 Weiterbildungsexpert*innen an den Instituten über 50 verschiedene Weiterbildungsprogramme in sechs Bereichen an: Energie und Nachhaltigkeit, Logistik und Produktion, Information und Kommunikation, Fertigungs- und Prüftechnik, Technologie und Innovation sowie Life Sciences. Rund 4.800 Teilnehmende nutzen aktuell das Weiterbildungsangebot, das von insgesamt 138 Dozenten durchgeführt wird.

Fraunhofer Academy in Zahlen Inforgrafik

Das Fraunhofer Academy Netzwerk umfasst heute neben der Geschäftsstelle in München 54 Fraunhofer-Institute und 20 Partner-Universitäten und -Hochschulen sowie das Direktorium und den Beirat der Fraunhofer Academy. Auch in der aktuellen Covid-19-Pandemie, in der die Zusammenarbeit neue, digitale Wege gehen musste, hat das Fraunhofer Academy Netzwerk neue Projekte anstoßen und Zukunftsthemen der Fraunhofer-Gesellschaft aufgreifen können: Sei es als Entwickler und Anbieter übergreifender Lernlabore, wie im Bereich Cybersicherheit und Batterietechnologie, oder in der Gründung von neuen Communities of Practice zum Thema Education in den Forschungsfeldern Quantencomputing oder Wasserstofftechnologien.

Meilensteine der Fraunhofer Academy

Mit dem Start des Fraunhofer Academy Netzwerks folgte 2009 das erste extern finanzierte Bildungsprojekt. Gemeinsam mit der heutigen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde der Aufbau eines International Leadership Trainings mit dem Schwerpunkt Technologie und Innovation ermöglicht, in dem die Fraunhofer Academy die web-basierte eLearning-Plattform »Joint Strategy and Technology Education Facility – JOSEF« kreierte. Auf Basis des hier erworbenen Wissens rund um Blended Learning, Lerntechnologien und Gamification, Organisation und internationaler Vermarktung baute die Geschäftsstelle ihr Unterstützungsangebot für die weiterbildenden Partner-Institute weiter aus.

Ein weiterer Meilenstein war 2011 der Beginn des sechsjährigen Projekts »mint.online«, in dem gemeinsam mit deutschlandweiten Hochschulpartnern insgesamt 23 Weiterbildungsangebote im Bereich der MINT-Fächer[1] aufgesetzt wurden. Mit diesem Projekt wurde die Fraunhofer Academy nicht nur zu einem sichtbaren Partner für Wirtschaft und Politik in der deutschen Weiterbildungslandschaft, sondern entwickelte sich auch vom Team zur eigenständigen Abteilung.

In den folgenden Jahren differenzierte sich das Weiterbildungsangebot der Fraunhofer Academy weiter aus: Neben den externen Weiterbildungsprogrammen für Fach- und Führungskräfte wurde 2014 in einem Projekt mit einem Münchner Automobilunternehmen die ersten unternehmensspezifischen Schulungen zum Thema Leichtbau entwickelt und so das Geschäftsfeld »Corporate Learning« aufgebaut. 2015 startete mit dem »Fraunhofer Forschungsmanager« das erste Weiterbildungsangebot für Fraunhofer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im Jahr 2016 erweiterte die Fraunhofer Academy ihr Portfolio um das »Lernlabor Cybersicherheit«. Ziel ist es, die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen im Bereich IT-Sicherheit interdisziplinär und flächendeckend zu schulen. In den Lernlaboren können die Teilnehmenden reale Bedrohungsszenarien wie beispielsweise Hackerangriffe erleben und eigenständig entwickelte Lösungskonzepte anwenden. 2017 begann die Fraunhofer Academy verstärkt mit dem Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten, beispielsweise im Rahmen der Projekte der EU Initiativen des European Institute of Innovation & Technology (EIT), zu den Themen Digital, Raw Materials und Health.

Ausgehend von der Open Conference zum 10-jährigen Jubiläum der Fraunhofer Academy, die 2016 in Berlin stattfand, entwickelte die Fraunhofer Academy in den den Folgejahren ein offenes Austauschformat mit der interessierten Öffentlichkeit: Die Open Discussions zum Thema »Bereit für den Job der Zukunft?« (2017) und »Lernen für den Job der Zukunft« (2018) fanden großen Anklang bei der Bevölkerung.

Dank der 2019 für alle Partner-Institute der Fraunhofer Academy etablierten Lernplattform ILIAS konnte die Fraunhofer Academy mit Beginn der Pandemie 2020 schnell auf die Anforderungen der neuen digitalen Arbeits- und Lernwelt reagieren: So wurden viele Weiterbildungsangebote, die bisher in Präsenz stattfanden, vollständig digital angeboten oder in Blended Learning Formate überführt. Wie spannend diese Entwicklung für die Kursteilnehmenden sein kann, zeigen die Fraunhofer Academy mit ihren »Lernorte, die begeistern«.

Der Blick in die Zukunft ist vielversprechend: Wie die Weiterbildungslandschaft im Jahr 2026 aussehen könnte, zeigt die Fraunhofer Academy in vier verschiedene Foresight-Szenarien. Eine wichtige Rolle werden unter anderem die Digital-Themen Quantencomputing, KI, Blockchain, Datensicherheit und Kryptographie, aber auch Nachhaltigkeitsthemen wie Wasserstoff- und Batterietechnologien, Energieversorgung und Mobilität spielen.

Schauen Sie in unserem Zeitstrahl auf die Meilensteine in 15 Jahren Fraunhofer Academy:

 

 

 

 

 

 

[1] Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik

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