ILIAS Konferenz 2020 – Wie Fraunhofer das Lernen der Zukunft schon heute gestaltet

Kürzlich fand die 19. Internationale ILIAS Konferenz statt, bei der auch die Fraunhofer Academy mit zwei Vorträgen vertreten war. Beim Themenschwerpunkt Digitalisierung sprachen unsere Kollegen Dipl.-Inf. Alexander Streicher vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und Dr. rer. Nat. Andreas Pippow vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT unter anderem über E-Learning und das Lernen der Zukunft. Im Interview erzählen diese von ihren Erfahrungen bei der Konferenz.

Worum ging es in Ihrem Vortrag?

Andreas Pippow: Unsere Weiterbildungsangebote werden zunehmend digital. So bieten wir etwa über unser Weiterbildungszentrum Data Science,das Lernlabor Cybersicherheit oder auch das Projekt Transformative Digital Skills for Healthcare bereits vollständige Online oder blended- Formate an. Das funktioniert allerdings nur mit einer entsprechenden technischen Infrastruktur. ILIAS ist ein etabliertes System, mit dem das geht. Ich habe daher vorgestellt, warum wir uns für ILIAS als Lernplattform für digitales Lernen mit Fraunhofer entschieden haben.

Alexander Streicher: Im Rahmen eines Fraunhofer-Forschungsprojektes untersuchen wir, wie sich unterschiedlichen Lern- und Assistenzsysteme zu „Lernwelten“ kosteneffizient und nachhaltig technisch verbinden lassen. In meinem Vortrag habe ich dazu einen Lösungsansatz und relevante E-Learning Standards vorgestellt.

Wie sieht dieser Lösungsansatz aus?

Alexander Streicher: In meinem Vortrag habe ich Fraunhofer Common Learning Middleware – wir nennen sie CLM –  vorgestellt. Diese ermöglicht es, die eigenen Lernangebote systemübergreifend „unter einem Dach“ anzubieten – wir bieten dafür zusätzlich eine Web-Portallösung an. Die CLM agiert dabei als ein „Vermittler“ zwischen den Systemen. Je nach Anforderungen können alle oder nur spezifische Daten über die CLM verwaltet werden. Dies kann individuell und nach Anforderungsfall selbst entschieden werden, etwa vor dem Hintergrund des Datenschutzes oder spezifischer Datensicherheitsregelungen.

Was hat Ihnen bei der Online-Konferenz am Besten gefallen?

Alexander Streicher: Besonders gefallen hat mir die offene und kollegiale Atmosphäre. Natürlich kann eine reine Online-Konferenz nicht den persönlichen Austausch ersetzen, aber die technischen Hilfsmittel haben dennoch einen Austausch ermöglicht.

Andreas Pippow: Am interessantesten fand ich tatsächlich, wie andere solche Konferenzen in einem vollständigen Online-Setting umsetzen. Wie funktioniert das Onboarding der Teilnehmenden? Wie wird miteinander interagiert und diskutiert? Wie wird moderiert? Ich habe z.B. vorab ein kleines Konferenzpaket mit einer Kaffeetasse zugeschickt bekommen. Das war für mich eine kleine aber wirkungsvolle Geste, um mehr Gemeinschaft zu schaffen, obwohl man sich nicht in Person gesehen hat.

Wie wird das Lernen der Zukunft Ihrer Meinung nach aussehen?

Andreas Pippow: Selbstgesteuertes Lernen, unabhängig von Zeit und Ort wird definitiv weiter zunehmen. Auch wird das Bilden von Lerngemeinschaften eine noch stärkere Rolle spielen, denke ich. Informationen werden immer leichter zugänglich und es wird daher immer wichtiger, sich gemeinsam über die Relevanz bestimmter Informationen auszutauschen. Technologien müssen das in Zukunft auch in Lernsettings noch besser unterstützen. Ich muss mich in Zukunft beim Lernen sehr leicht mit jemandem auf der anderen Seite der Welt über ein gestelltes Problem austauschen und gemeinsam über eine Lösung brüten können.

Alexander Streicher: Für viele von uns sind mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets normal im Alltag geworden. Diese Digitalisierung wird weiter voranschreiten, auch in den Schulen, siehe etwa den „Digitalpakt Schule“. Auch denke ich, dass „intelligente“ Assistenzfunktionen für unser Lernen wichtiger werden, um die Fülle an Informationen im Digitalzeitalter für unser eigenes Wissensmanagement sinnvoll nutzen zu können.

 

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