Durch die Corona-Pandemie verlagert sich unser alltägliches Leben noch mehr in den digitalen Raum. Ein sicheres Manövrieren im Netz ist spätestens jetzt unabdingbar. Vor allem Kinder und Jugendliche verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit online – und aktuell auch ihre Schulzeit. Sie sind hierbei also besonders gefährdet. So gaben laut einer repräsentativen Umfrage von Bitkom zwei von fünf Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren an, sie hätten bereits negative Erfahrungen im Web gemacht. Doch auch für Unternehmen und Mitarbeitende birgt das Internet Gefahren, wie zum Beispiel der Datendiebstahl durch Hackerangriffe oder die Installation von Schadsoftware.
Unter dem Motto „Together for a better internet“ ruft die Initiative „Safer Internet Day“ der Europäischen Kommission daher am 09. Februar 2021 weltweit zu Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit auf. Der jährlich stattfindende Aktionstag will die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit auf den Aspekt „Sicheres Internet“ lenken. Auch wir beteiligen uns mit verschiedenen Projekten und Weiterbildungen, um die Sensibilität dafür zu fördern:
Mit dem Projekt „Cybersecurity4Schools“ verfolgen die Kooperationspartner EIT Digital und Fraunhofer IAIS das Ziel, Schülerinnen und Schüler in Europa in Sachen Cybersicherheit fit zu machen. Dafür werden Lehrkräfte nach dem Prinzip „Teach the Teacher“ kostenfrei zum Thema ausgebildet.
Auch Fake News bergen besondere Gefahren. So können im Internet verbreitete Falschinformationen beispielsweise Einfluss auf Aktienkurse nehmen oder die demokratische Meinungsbildung stören. Martin Klöden und Markus Straßburg von der Hochschule Mittweida gehen in dem Artikel „Open Search Intelligence – Die Welt der digitalen Informationsgewinnung“ auf die Identifikation von Falschmeldungen oder unvollständige Daten ein. Hier setzt auch das Projekt DORIAN des Fraunhofer SIT an. Es verfolgt das Ziel, Desinformation aufzudecken und umfassend zu bekämpfen. Das DORIAN-Team erarbeitet in diesem Zusammenhang einen Katalog möglicher technischer, politisch-normativer und soziokultureller sowie organisatorischer Empfehlungen zur Bekämpfung von Desinformation im Internet. Zudem beschäftigt sich das Fraunhofer SIT mit der Erkennung von Manipulationen in Mediendaten.
Wenn Sie lernen möchten, wie Sie Ihre eigene Identität im Netz besser schützen können, besuchen Sie gerne unser Online-Seminar Open Source Intelligence – Informationsbeschaffung in 4 Stunden. Und in dem Online-Seminar Echtheitsprüfung für Digitalfotos und -videos zeigen wir Ihnen, wie Sie manipuliertes Bildmaterial und „Fake News“ erkennen können.
von Luisa Wilczek / 2021
Das Lernlabor Cybersicherheit (LLCS) ist ein Fraunhofer-Hochschul-Laborverbund von Fraunhofer-Instituten (FhI) und ausgewählten Hochschulen der angewandten Wissenschaften (HaW) unter dem Dach der Fraunhofer Academy. Seit 2016 bringt das LLCS mit innovativen Lernformaten die aktuellen Forschungsergebnisse zu IT-Sicherheit praxisnah und anwendungsorientiert in Wirtschaft und Gesellschaft. Dafür haben sich seither acht FhI und zehn HaW zu acht Konsortien (Stand Dez. 25) zusammengeschlossen, die auf Basis ihrer Forschungsaktivitäten und Branchenkenntnissen mit ihren Weiterbildungen unterschiedliche Schwerpunkte der IT-Sicherheit adressieren. Weitere Informationen zum Lernlabor Cybersicherheit finden Sie hier oder auf LinkedIn.
Das Programm wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Bundesländer gefördert.